Fachberatung im Kinderschutz

gemäß §§ 8a und 8b SGB VIII

  1. Kindeswohlgefährdung
  2. Kinderschutzfachkräfte
  3. Umsetzung des Schutzauftrages

1. Kindeswohlgefährdung – Erkennen, Wahrnehmen, Handeln

Sie beobachten bei einem Kind, das Sie in KiTa, Krippe, Hort, Verein und/oder Schule betreuen, oder als Bürger/-in in Ihrer Umgebung, zum wiederholten Male …

  • starke Unter- oder Überernährung, massive Esstörungen
  • schlechten körperlichen Zustand ohne (medizinische) Versorgung
  • körperliche oder seelische Symptome, z.B. Einnässen, Ängste, Ticks
  • wiederholte witterungsunangemessene und/oder verschmutzte Kleidung
  • nicht pausibel erklärbare ggf. wiederholte Verletzungen, Selbstverletzungen, fehlende Körperhygiene
  • nicht altersentsprechendes sexualisiertes Verhalten
  • auffallend zurückgezogenes, ruhiges, teilnahmloses und anhaltend trauriges Verhalten
  • aggressives Verhalten, manglende Frustrationstoleranz, wiederholte gewalttätige und/oder sexuelle Übergriffe
  • massive Schulprobleme/Schulverweigerung
  • schwere Problemenlagen im familären Umfeld
  • Aufenthalt zu altersunangemessenen Zeiten bzw. an jugendgefährdenden Orten.

Diese Anzeichen können auf eine Gefährdung hinweisen, die zu einem „unguten Gefühl“ zu den Lebensumständen eines Kindes/Jugendlichen führen.

2. Kinderschutzfachkräfte

Was sind Kinderschutzfachkräfte?

Kinderschutzfachkräfte sind speziell qualifizierte Personen, die durch eine vertragliche Vereinbarung mit dem Jugendamt des Landkreises Osterode am Harz für die Sicherstellung des Schutzauftrages nach §§ 8a & 8b SGB VIII zusammenarbeiten.

Die erfahrenen Fachkräfte werden zur Risikoeinschätzung vor allem vom Personal in Kindertagesstätten, von Tagespflegepersonen, Vereinen und Verbänden gerufen, bevor gegebenenfalls das Jugendamt aktiv wird.

Zudem bieten die Kinderschutzfachkräfte für Personen, die im Bereich Bildung und Erziehung tätig sind oder sich in Vereinen und Verbänden engagieren, Schulungen zum Thema Kindeswohl an.

Das Team der Kinderschutzfachkräfte für den Landkreis Göttingen* bietet:

  • Beratung und Unterstützung bei der Gefährdungseinschätzung
  • Beratung der Fachkraft bei Einbeziehung der Eltern, Kinder und Jugendlichen
  • Unterstützung bei der Suche nach geeigneten und notwendigen Hilfsangeboten
  • Information über die Aufgaben, Arbeitsweisen und Möglichkeiten anderer Institutionen
  • Beratung in Fragen des Datenschutzes

* Für die Gemeinde Bad Grund (Harz), Stadt Bad Lauterberg im Harz, Stadt Bad Sachsa, Samtgemeinde Hattorf am Harz, Stadt Herzberg am Harz, Stadt Osterode am Harz und die Gemeinde Walkenried.

Ein Teil des Teams der Kinderschutzfachkräfte

Alle Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen können sich an die Kinderschutzfachkräfte wenden, z.B.:

  • Mitarbeiter/innen von Kindertagesstätten
  • Lehrer/innen
  • Kindertagespflegepersonen
  • Sozialpädagogen/innen, Sozialarbeiter/innen
  • Ärzte/innen
  • Hebammen und Entbindungspfleger

Berufsgeheimnisträger haben einen Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.

3. Umsetzung des Schutzauftrages

Vorgehensweise/Ablauf gem. §8a und §8b SGB VIII  i.V.m. §4 KKG bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung:

  • Sie vermuten bei einem Kind, das Sie betreuen, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung
  • Sie beraten sich im eigenen Team
  • Sie erörtern Ihre Sorgen mit dem Kind, dem Jugendlichen, den Eltern und bieten Hilfe an, sofern dies nich den Schutz des Kindes gefährdet
  • Sie kontaktieren die Kinderschutzfachkräfte (werktags 08:00 – 16:00 Uhr) unter

Tel: 0175 3445224

  • Sie beraten sich kostenlos und anonymisiert mit einer Kinderschutzfachkraft
  • Sie erhalten Unterstützung im weiteren Verlauf

Bei einer akuten Kindeswohlgefährdung wählen Sie die zentrale Nummer des Fachbereichs Jugend des Landkreises Göttingen

Tel: 0551 525-3737

Außerhalb der Dienstzeiten, an Wochenenden und Feiertagen, kann der Rufbereitschaftsdienst über die Polizei 110 kontaktiert werden.